Corona-Bonus für KAGes-MitarbeiterInnen

ZBRV Michael Tripolt zur Entscheidung des Eigentümers

Liebe Kolleginnen!
Liebe Kollegen!

Die über unsere Welt hereingebrochene Corona-Pandemie hat zur schwersten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krise seit dem 2. Weltkrieg geführt. Österreich hat die 1. Welle mit Glück und richtiger Strategie verhältnismäßig gut überstanden, aber die Krise ist nicht zu Ende. Im öffentlichen Dienst der Steiermark – besonders in der KAGes – haben wir eine herausfordernde Zeit erlebt, waren und sind aber auch privilegiert. Mit unserem Dienstgeber gab es im Gegensatz zu privaten Krankenanstalten in der Steiermark keine Kurzarbeit, keinen angeordneten Urlaub und schon gar keine Kündigungen, ganz im Gegenteil sogar Dienstfreistellung bei vollen Bezügen (als einzige in Österreich) und Ausbezahlung von Überstunden. Über 1 Million erwerbstätige Österreicherinnen und Österreicher haben diese Zeit finanziell ganz anders erlebt.

Trotzdem ist es uns gemeinsam mit der Landesregierung (ÖVP & SPÖ) und dem Vorstand gelungen, eine Belohnung für alle zu erwirken. Rund 90% aller KollegInnen in der Pflege wären, nach den Regelungen der anderen Bundesländer leer ausgegangen!

Für jene 10% der KollegInnen in definierten Covid-Einheiten haben wir seitens des Zentralbetriebsrates in Abstimmung mit der SPÖ-Fraktion vorgeschlagen, einen monetären Zusatzbonus in der Höhe von € 500,- – alternativ in reellem Gegenwert auch als Freizeit wählbar – zuzuerkennen. Die Eigentümerentscheidung ist hinlänglich bekannt. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation (das Land Steiermark hat Einnahmenausfälle von 40% monatlich!) und des ausverhandelten großzügigen Entgegenkommens des Dienstgebers in der Zeit der 1. Welle ist dies zu akzeptieren.

Wir als Zentralbetriebsrat (zumindest die ÖAAB/FCG-Fraktion) stehen auf der Seite einer erfolgreichen Zukunft für alle KollegInnen und sind daher an nachhaltigen strukturellen Lösungen interessiert. Und diese braucht es gerade im Bereich der Pflege (Arbeitsverdichtung, Pflegekräftemangel). Ich erinnere an unsere zukunftsorientierten Gehalts- und Karrierevereinbarungen im SI- & SII Bereich, ebenso an die von uns vor Jahren ausverhandelte monatliche Gefahrenzulage für solche Situationen. Einmalzahlungen sind nicht nachhaltig und ändern nichts an den grundsätzlichen Problemen im Pflegebereich. Hierzu haben wir ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgelegt und sind in allen Arbeitsgruppen von AK und Land vertreten.

Als Vorsitzender war und ist es mein unermüdliches Bemühen, die Arbeitsbedingungen für uns alle zu verbessern. In diesem Bemühen ist schon viel Gutes gelungen, aber manchmal muss man auch erkennen, dass sich nicht alles umsetzen lässt. Diese Erläuterung der Hintergründe wird nicht alle zufriedenstellen und natürlich hätten wir uns als Zentralbetriebsrat erhofft, dass unsere Erstvorschläge angenommen werden – müssen uns aber auch der Realität der größten Krise seit 75 Jahren stellen.

Mit kollegialen Grüßen
Michael Tripolt